Gemeinde St. Stefan im Gailtal

An die Bürger in Bodensdorf und Steindorf

Liebe Mitbürger!

Sei dem 24.Februar 2022 hat sich die Welt dramatisch geändert und Sie haben gesehen, dass auch in unserer Gemeinde nun viele ukrainische Autokennzeichen und neue Mitbürger zu sehen sind.

Meine Frau Viktoria und ich haben versucht, diesen Ankömmlingen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Angefangen mit meiner Schwiegermutter und ihrer Arbeitskollegin, die wir in den ersten Kriegstagen in einer abenteuerlichen Reise aus Kiew geholt haben, betreuen wir mittlerweile fast 50 Schützlinge. In der Regel Mütter mit ihren Kindern aller Altersstufen.

Sie alle haben eine Unterkunft gefunden, sind angemeldet, registriert, die Kinder sind in den Schulen und einige junge Vertriebene gehen in Klagenfurt auf die Universität und die WIMO. Mit Hilfe der St.Josef Pfarrei bieten wir den Müttern Sprachkurse an, um eine schnellstmögliche Integration zu unterstützen.

Es ist uns ein Anliegen, an dieser Stelle allen Menschen guten Willens hier in unserer Gemeinde, aber auch den zuständigen Behörden in Bodensdorf, Feldkirchen und Klagenfurt für ihre enorme Unterstützung zu danken.

Viele Eigentümer haben Wohnungen zur Verfügung gestellt, teilweise auch unter Verzicht auf Mieteinnahmen. Einige haben sogar ihren bereits gebuchten Feriengästen abgesagt, um den Wohnraum auch während der Saison zur Verfügung stellen zu können.

Die Pfarre St.Josef hat uns den Pfarrsaal für Sprachkurse zur Verfügung gestellt und, und und...

Auch ist es uns gelungen, einige der Vertriebenen bereits in Arbeit zu bringen. Auch hier danken wir den beteiligten Unternehmen für ihre Hilfe und Bereitschaft. Die Liste ist sehr lang und täglich kommen neue Helfer hinzu...

Eigentlich wollte ich die treibenden Kräfte und Unterstützer hier gerne namentlich nennen. Auf Wunsch dieser Helfer wurde ich aber gebeten, darauf zu verzichten, da es für diese Menschen selbstverständlich und auch eine Herzensangelegenheit ist, den Vertriebenen nach Kräften zu helfen.

Wir haben hier neue Mitbürger*innen, deren Männer und Väter an der Front in der Ukraine Dienst an der Waffe tun, deren Häuser und Wohnungen in Irpin, Butscha, Obolon, Mariupol …. zerstört wurden, die teilweise ihre Angehörigen zurück lassen mussten und leider auch schon Kriegsopfer zu beklagen haben. Es sind Kinder hier bei uns, die Kriegshandlungen aus nächster Nähe erlebt haben und teilweise tagelang den Bombenangriffen ausgesetzt waren.

Wir versuchen alles, um diese Menschen zu unterstützen und auch die Kinder auf andere Gedanken zu bringen. Einige durften im März noch Skifahren versuchen, sie haben den Affenberg und die Greifvogelshow besuchen können und der KYCO Yachtclub hat einen Segeltag mit Grillen und Singen arrangiert wo viele Kinderaugen wieder geglänzt haben.

Allen Beteiligten die das bisher so aktiv unterstützt haben und weiter mitarbeiten, gilt unser Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Lothar Riedle

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